Hygienemängel

Keime im Krankenhaus – Die Haftung für Hygienemängel ist „beherrschbar“

  • Wie steht es mit der Hygiene im Krankenhaus?
  • Wie sicher bin ich vor einer Infektion mit Krankenhauskeimen?
  • Was passiert, wenn ich mich infiziert habe?
  • Wer zahlt, wenn mir hieraus ein Schaden entsteht?

Alle diese Fragen stellen sich Betroffene, denn die Zahl der Opfer durch fehlende Hygiene in Kliniken steigt stetig. Nicht nur in der Presse häufen sich die Berichterstattungen, sondern auch die Zahl der gerichtlichen Urteile hierzu steigt rasant.

Die Krankenhausinfektionen lassen sich nach groben Schätzungen wie folgt verteilen:

50% Harnwegsinfektionen, 25% postoperative Wundinfektionen, 20% Atemwegsinfektionen und 5% sonstige Infektionen.
 Keime können sich auf vielen verborgenen Wegen über das Instrumentarium, die Raumluft, Wäsche, Lebensmittel, aber auch durch das Personal verbreiten. Hauptgefahrenquellen sind alle invasiven Maßnahmen, zum Beispiel Katheder, Tubus, Endoskop und offene Wunden.
Der Händedesinfektion kommt neben spezifischen Maßnahmen der Desinfektion zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen entscheidende Bedeutung zu.

Für Deutschland gehen die Schätzungen der jährlichen Todesfälle durch in Krankenhäusern zugezogene Infektionen weit auseinander – man spricht von bis zu 40.000 Todesfällen jährlich. Daneben aber treten ca. 400.000 – 600.000 sog. nosokomialer Infektionen in Krankenhäusern auf. Die Folgen sind oft dramatisch!

Nach jeder Infektion stellt sich dann aber die Frage nach der Haftung des Krankenhausträgers. Der BGH (Bundesgerichtshof) hat sich bislang in zwei Entscheidungen grundlegend zu dem Problemkreis der Hygiene geäußert.
Er hat dabei die Rechtsprechung zu den sog. „beherrschbaren Risiko“ entwickelt. Danach scheidet eine Haftung aus, wenn die stattgefundene Infektion auch bei gebotener Vorsorge nicht hätte vermieden werden können. Solche Keimübertragungen gehören dann nach Ansicht der Gerichte zu dem entschädigungslosen Krankheitsrisiko eines Patienten.


Ob Sie Recht haben, oder Recht bekommen, hängt daher im wesentlichen davon ab, ob Sie beweisen können, dass die Ihrerseits erlittene Infektion von einem seitens der Klinik beherrschbaren Bereich ausgeht. Dann nämlich muss sich der Krankenhausträger dahingehend entlasten, dass er alle organisatorischen und technischen Vorkehrungen gegen die Keimübertragungen getroffen und auch angewendet hat.

Um dieses schwierige Unterfangen darlegen und auch beweisen zu können, benötigen Sie erfahrene anwaltliche Hilfe! Gern helfen wir Ihnen hierbei weiter!

Wir wissen aus unserer Erfahrung heraus, welche Standards gelten, wann sie ärztlicherseits eingehalten wurden und wann nicht. Hierzu erfragen wir regelmäßig die angewandten und bekanntgegebenen Standards bei den zuständigen Gesundheitsämtern; ebenso erfragen wir die bekanntgewordenen Infektionen.

In einem weiteren Schritt haben wir in Auswertung der geltenden Rechtsprechung einen Leitfaden für die anwaltliche Bearbeitung von Arzthaftungsfällen wegen Hygienemängeln entwickelt, indem wir zusätzlich bei den Kliniken und den ärztlichen Behandlern die, aus 143 Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und des Robert Koch Institutes gesammelte Hygienestandards abfragen.

Wichtig ist es für uns auch, für Sie in Erfahrung zu bringen, in welchem Umfang es in dem Krankenhaus zu nosokomialen Infektionen (Infektionen durch Krankenhauserreger) gekommen ist. Denn Krankenhäuser haben nach § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz sicherzustellen, dass die aufgetreten Krankenhausinfektionen fortlaufend in einer gesonderten Niederschrift aufgezeichnet und bewertet werden. Aus den Daten des konkreten Behandlungszeitraums, in dem es zu der Infektion gekommen ist, können wir dann Rückschlüsse auf den Hygienestandard in der Klinik ableiten.

Denn Patienten haben Anspruch auf die erforderlichen Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen!

Entsprechend der Vermutungsregel des § 23 Abs. 3 Infektionsschutzgesetz haben die Leiter von Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen dafür Sorge zu tragen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um Infektionen zu verhindern. Die Einhaltung des Standes der medizinischen Wissenschaft auf dem Gebiet wird vermutet, wenn jeweils die veröffentlichen Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut und der Kommission Antiinfektiva, Resistenz, und Therapie beim Robert-Koch-Institut beachtet worden sind. Ein Krankenhausträger muss danach nachweisen, dass er die o. g. Empfehlungen befolgt hat. Die Beweissituation für Sie als Patient hat sich durch diese Vorschrift entscheidend verbessert.

Mit dieser Vorgehensweise gelingt es uns erfolgreich, mit Hilfe auf Hygienemängel spezialisierte Gutachter den Standard zu ermitteln, ebenso das beherrschbare Risiko herauszuarbeiten, um Ihren Schadensersatzanspruch hinreichend begründen zu können. So erhalten Sie eine realistische Chance, den Ihrerseits durch die Hygienemängel verursachten Schaden ersetzt zu bekommen!

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Dr. Antje Reinhardt-Gilmour | Fachanwältin für Medizinrecht; zertifizierte Beraterin für klinische Medizinethik