Verzinsung des Verzugs deutlich günstiger als die meisten Geldanlagen

Geschrieben von DZPR am in Allgemein

Viele Patienten beklagen sich darüber, dass die Verfahren vor den deutschen Gerichten zu lange dauern würden (siehe hierzu nächstes Jahr erscheinende Mitteilung Nr. 3/2015). Vor dem Hintergrund der psychischen Belastung, die ein solches Verfahren meist für den (be-)klagenden Patienten mit sich bringt, nur allzu verständlich.

Aus finanzieller Sicht ist die Dauer des Verfahrens – wenn man nicht schnell auf das Geld angewiesen ist (zum Beispiel bei Kosten für künftige Behandlung) – ein Gewinn. Warum? Die Verzinsung des Verzugs ist deutlich besser (und sicherer) als bei den meisten Geldanlagen.

Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen, wobei der Verzugszinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz pro Jahr beträgt (§ 288 Abs. 1 BGB). Der Basiszinssatz wird regelmäßig von der Bundesbank bestimmt (§ 247 BGB). Zwischen dem 1. Januar und 30. Juni 2008 lag er bei 3,32 %, das heißt die Verzugszinsen betrugen 8,32 % (3,32 % + 5,00 %). Derzeit liegt sie – ein Tiefststand (!) – nur bei 4,37 %. Auf den meisten Girokonten gibt es gar keine Zinsen mehr, ein Tagesgeldkonto wird aktuell selten mit 1,5 % oder mehr verzinst.

Bei 100.000 € Schadensersatz/Geldanlage und fünf Jahre Verfahrensdauer/Anlagedauer (vom 27. März 2009 bis 27. März 2014) heißt das: 25.581,84 € Verzugszinsen bzw. 21.850,00 (bei konstant 4,37 % p.a.) oder 7.500 € Anlagezinsen (konstant 1,50 p.a.).

Unser Webtipp: http://basiszinssatz.info/zinsrechner/

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